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Zeitungsartikel

Großauftrag und Gütesiegel

Handwerkskammerpräsident Hugo Neugebauer: Unterfrankens Handwerksbetriebe sind „spitze“ Bad Königshofen (hf). Als herausragende Dienstleister hat der Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken, Hugo Neugebauer (Großeibstadt) bei einer Besichtigung der Zimmerei Wentorf-Bulheller in Bad Königshofen die Handwerksbetriebe herausgestellt. Bestes Beispiel dafür sei das Bad Königshofener Unternehmen, das für einen großen Lebensmitteldiscounter deutschlandweit „Pfandrückgabemärkte“ in Fertigbauweise aus Holz herstellt. „130 Stück waren es im vergangenen Jahr,“ sagte Firmenchef Reiner Bulheller. Er verweist dazu auf einen Beitrag in einer Fachzeitschrift für Hallen- und Gewerbebau. „Mit viel Erfindergeist meisterte ein fränkischer Holzbaubetrieb den Bau von 130 Pfandrückgabemärkten.“ Wichtig war dem Discounter, daß die Anbauten mit möglichst hohem Vorfertigungsgrad und kurzer Bauzeit am jeweiligen Markt aufgestellt werden und sie sollten den Verkauf am Verbrauchermarkt möglichst nicht beeinträchtigen. Unter diesen Bedingungen entwickelte der Generalunternehmer, die Viktor Haschke GmbH Bad Königshofen, und die Zimmerei Bulheller ein System, das diesen Anforderungen entsprach. Das bedeutete, daß der Zimmereibetrieb die Wände innen mit der fertigen Wandoberfläche und außen mit dem Grundputz anlieferte. Hinzu kam das Dachelement mit entsprechender Wärmedämmung. Mittlerweile ist die Bad Königshofener Zimmerei auch im Privaten Wohnungsbau einen großen Schritt voraus. Die Wentorf-Bulheller GmbH hat das Gütesiegel „RAL (Reichsausschuss für Lieferbedingungen) von der Qualitätsgemeinschaft für den Holzhausbau erhalten. Vor zwei Jahren hat man sich darum beworben, mußte einige Auflagen, unter anderen hinsichtlich der Qualität, erfüllen und wird „fremdüberwacht“. Das heißt, daß zweimal pro Jahr ein Prüfer unter anderem die Fertigung, den Transport und auch die Statik, sowie Wärmeschutz und vieles mehr unter die Lupe nimmt. „Dieses Qualitätssiegel können ansonsten nur die Großen vorweisen, sagt Firmenchef Reiner Bulheller nicht ohne Stolz und meint, daß dies zeige, daß auch kleinere Unternehmen sich durchaus dafür bewerben sollten. Das Gütesiegel sei für den Kunden ganz wichtig und gebe ihm vor allem Sicherheit. Das RAL Gütezeichen sorgt für einen flächendeckenden Bekanntheitsgrad und der damit verbundenen hohen Standards für Vorteile bei der Finanzierung durch Banken und Baufinanzierer, aber auch Behörden fordern bei Holzhäusern das RAL Gütezeichen. Ebenso reagieren Versicherungen, die sich auf die hohe Qualität der gekennzeichneten Produkte verlassen. Bulheller erläuterte dem Handwerkskammerpräsidenten, daß die Fremdüberwachung nicht zuletzt dem Unternehmen helfe den Qualitätsstandard zu kennen und zu bewerten, sondern auch permanent zu kontrollieren und zu verbessern. Dabei werden die halbjährlichen Besuche der Prüfer der Fremdüberwachenden Stellen nicht als lästiges Übel betrachtet, sonder als Möglichkeit gesehen eventuelle Fehler früh zu erkennen, um gemeinsam die Verbesserungsansätze zu erarbeiten. Bulheller erwähnt, dass die Qualitätsgemeinschaft für Holzbau und Ausbau zusätzlich jährliche Pflichtseminare veranstaltet mit Themengebieten rund um die Bautechnik, so dass auch im Büro die Planung, Werkplanung und die Arbeitsvorbereitung immer auf dem neuesten Stand ist. Dipl. Ing. (FH) Oliver Schmitt erklärt, dass die zukünftige Ausrichtung der QHA ein besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklung der Standards im Passivhausbau legt. Unsere Stärken liegen hierbei in der Technik des Holzbaus und Ausbaus. Durch die QHA ist es möglich Erfahrungen auszutauschen und Hilfestellungen aus der Praxis für die Praxis zu geben, um aus Fehlern zu lernen. Für die Bauherren, die Banken und Versicherer ist die Zimmerei Wentorf-Bulheller GmbH als Mitgliedsbetrieb ein kompetenter Partner, der stets geprüfte Qualität liefert. Verständlich, daß Präsident Hugo Neugebauer der Zimmerei Wentorf-Bulheller zu diesem Fortschritt gratulierte. Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, daß es einem Handwerksbetrieb wieder einmal gelungen sei eine Nische zu entdecken und dies auch zu nutzen. „Es freut mich vor allem daß diese Firma in meiner Heimat, im Grabfeld, zu Hause ist,“ fügte Hugo Neugebauer an. Er erinnerte an zurückliegende Objekte der Zimmerei Wentorf-Bulheller, so an das Niedrigenergiehaus, wo man ebenfalls zu den Ersten gehörte. Man habe sich hinter eine Idee geklemmt und diese auch ausgeführt. Das alles sei auch für die Mitarbeiter ganz wichtig. Neugebauer verwies auf 12.000 Betriebe, die in Bayern vor der Übergabe stehen. Bei der Firma Wentorf-Bulheller sei dies durch den Schwiegersohn Oliver Schmitt schon gesichert. Der Handwerkskammerpräsident verwies in diesem Zusammenhang auf die kostenlose Beratungsmöglichkeiten bei der Handwerkskammer für Unterfranken. Er sprach aber auch die Kompetenzzentren für erneuerbare Energien und die Energieberater an. Hier gebe es in Würzburg ein Berufsausbildungszentrum, das sogar international gefragt sei. Vorhanden sei auch die Akademie für Unternehmensführung. Hier schickt die Handwerkskammer sogar Mitarbeiter für Kurse ins Ausland. Dank sagte Neugebauer an die Familie Bulheller, die damit auch Arbeitsplätze gesichert habe und trotz einiger Tiefschläge sich nicht entmutigen ließ, was sich nun ausgezahlt hat.
Im Zimmereibetrieb der Firma Bulheller in Bad Königshofen ließ sich der Präsident der Unterfränkischen Handwerkskammer Hugo Neugebauer von Oliver Schmitt (links) und Firmenchef Reiner Bulheller natürlich die Fertigbauweise für die Häuser anhand eines Planes und der vorhandenen Werkteile erläutern. Foto: Friedrich
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